Die Ausgangslage für die mediale Integration von Zuwanderern in Deutschland ist gut:
Deutschsprachige Medien spielen für in Deutschland lebende Migranten eine große Rolle - es gibt keine Hinweise auf eine ausgeprägte mediale Parallelgesellschaft. Neben deutschsprachigen Medien nutzen viele Menschen ausländischer Herkunft auch heimatsprachige Medien, die eine Brücke zu ihrem Herkunftsland bilden. Dies gilt insbesondere für Migranten aus der Türkei. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse der Studie "Migranten und Medien 2007" der ARD/ZDF-Medienkommission, die heute bei einer Fachtagung in Mainz vorgestellt wurde. Die Studie hat erstmals bundesweit und repräsentativ die Mediennutzung in Deutschland lebender Migranten untersucht.

ARD/ZDF-Studie "Migranten und Medien 2007"
"Migranten und Medien" war das Thema einer Tagung der ARD/ZDF-Medienkommission am 5. Juni 2007 im ZDF-Sendezentrum in Mainz.
Zur Tagung kamen rund 350 Teilnehmer und Journalisten. Vertreter deutscher und fremdsprachiger Medien aus Fernsehen, Hörfunk, Internet und Print diskutierten gemeinsam über Integrationsstrategien der Medien und die Ergebnisse einer Studie der ARD/ZDF-Medienkommission.
Mediennutzung auf breiter Basis untersucht
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Wichtige Basisdaten
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Die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, betonte, dass die ARD/ZDF-Grundlagenstudie erstmals wichtige Basisdaten für weitere Integrationsbemühungen der Medien liefere. Sie appellierte an die besondere Verantwortung der Medienmacher, zur Integration beizutragen.
Programmbestandteil und Querschnittsaufgabe
Prof. Markus Schächter, ZDF-Intendant und Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission, betonte den Stellenwert der öffentlich-rechtlichen Programme für die Integration von Migranten in Deutschland: "Integration und Migration sind ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Programme. Programmnischen sind nicht der richtige Weg. Das ZDF wird Integration und Migration in seinen Programmen noch deutlicher berücksichtigen, zum Beispiel in seinem Programmschwerpunkt zum Thema im November diesen Jahres."
Dr. Helmut Reitze, hr-Intendant und stellvertretender Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission, erklärte, die ARD betrachte das Thema Integration als eine Querschnittsaufgabe in Hörfunk, Fernsehen und Online. "Migranten sollen dabei als Bestandteil und Bereicherung unserer Gesellschaft und als Teil des medialen Alltags gesehen werden", so Reitze. "Darüber hinaus will die ARD auch für eine stärkere Repräsentanz von Migranten in den Medien sorgen und ihre Ausbildung in programmprägenden Berufen fördern."
Öffentlich-rechtliche Kompetenz
Fernsehen ist für Menschen ausländischer Herkunft das wichtigste Medium. Ihm kommt daher eine besondere Bedeutung bei der Integration zu. Migranten schalten die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme regelmäßig ein. ARD und ZDF haben bei Migranten ein positives Image, vor allem aufgrund ihrer hohen Informationskompetenz. 76 Prozent der Migranten sagen, dass öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme zuverlässige und glaubwürdige Informationen bieten. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme erreichen die Migranten in Deutschland weniger gut als das deutsche Publikum. Für Migranten mit türkischer und italienischer Einwanderungsbiografie spielen zudem heimatsprachige Programme eine besonders wichtige Rolle.
Hörfunk
Öffentlich-rechtliche und kommerzielle Hörfunkprogramme erreichen Migranten in gleichem Maße. Trotz im Vergleich zum Fernsehen geringerer Reichweiten kann der Hörfunk zur medialen Integration beitragen. Gute Beispiele sind Programme wie WDR 1Live, WDR Funkhaus Europa und Radyo Metropol FM.
Im Internet deutschsprachig
Im Internet werden besonders häufig deutschsprachige Internetseiten aufgerufen. Die meistgenutzten Themen sind Nachrichten, Sportinformationen, Wissenschaft, Bildung und Forschung.
Für die Studie befragte TNS Emnid im Auftrag der ARD/ZDF-Medienkommission mit Unterstützung der Hertie-Stiftung 3010 Personen mit Migrationshintergrund aus den Ländern Türkei, Griechenland, Italien, Polen, Serbien und Montenegro, Kroatien, Bosnien-Herzegowina sowie russische Spätaussiedler. Die Befragung fand im Zeitraum Oktober 2006 bis Februar 2007 statt.






